Tauchplatz - Hemmoor

Der Kreidesee in Hemmoor

Dieser See ist der vermutlich bekannteste See Deutschlands und bietet tausenden Tauchern im Jahr eine herrliche Lokation. Nach der Anmeldung an der Basis, welche im übrigen sehr kompetent und Informativ ist - haben wir die Möglichkeit 40 verschiedenen und sehenswerte Tauchspots zu betauchen. Hier bei sei deutlich gesagt das nicht jeder Spot "Anfänger" geeignet ist. Die Einstiege hier am See sind Vorbildlich und bieten fast immer Ankleidetische, feste und sichere Einstiege über Treppen und Platformen und nahe gelegene Parkmöglichkeiten für kurze Wege. Hier ein kleiner Auszug der bekantesten Spots des Kreidesees: - der Rüttler - der LKW am Rüttler - das Flugzeug - der Wald - der Wohnwagen - die Autos - die Straße Neben diesen vermutlich bekanntesten Spots gibt es aber auch noch etlich andere. An diesem See wollen wir uns auch vergnügen. Für Vereinsmitglieder kostet die Tageskarte für den See bei eigener Anreise 13,00€ oder 35,00€ für das Wochenendticket (Fr. bis So.), unsere Externen Gäste zahlen 15,00€ für die Tageskarte oder 40,00€ für das Wochenendticket. (Leih-Equipment wird separat berechnet) Sofern es keine Tagesfahrt wird, kommen weitere Kosten für Übernachtung und Verpflegung dazu. Die Preise für Wochenendfahrten geben wir gesondert bekannt. An See gibt es nicht ohne Grund einige Regeln - diese bitten wir euch dringend einzuhalten ! Wir werden diese vor der Fahrt und am See jeweils neu ansprechen. Nachstehend ein paar Bilder von dem See und seiner Spots: (Bilder Tauchbasis Kreidesee)
Die Straße

Die Straße

Die Pflasterstraße führt vom Land ins Wasser bis direkt zum Rüttler bis auf 32 m Tiefe. Von dort an geht sie als Sandweg weiter bis zur tiefsten Stelle des Sees. Die Straße erkennt man sehr gut an seinem Bordstein. Die Pflastersteine sind stellenweise mit einer dünnen Sedimentschicht bedeckt. An zwei Stellen ist der Bordstein verdeckt, man braucht jedoch nur geradeaus zu tauchen und stößt dann wieder auf den Bordstein, da die Straße bis zum Rüttler gerade verläuft. In dem Bereich zwischen der Straße und dem Ufer stehen viele kleine Bäume, die leider immer mehr Äste durch unvorsichtige Flossenschläge verloren haben.
Die Förderbänder

Die Förderbänder

Parallel zur Straße verlaufen alte Schwellen und Verankerungen von Förderbändern, auf denen damals die Kreide vom Rüttler zur Fabrik transportiert wurde. Überall im See liegen heute noch Reste von alten Förderbändern, die von den Fischen gerne als Unterschlupf genutzt werden. Ein fahrbares Förderband steht am Westufer in einer Tiefe von 13 m.
PKW

PKW

Bei dem Pkw handelt es sich um einen metallicblauen Mitsubishi, der früher einmal von der DLRG zum Transport der Ausrüstung als "Platzkarre" genutzt wurde. Anfangs lag der Pkw auf 25 m Tiefe, wurde dann auf 15 m gehoben und anschließend von randalierenden Tauchern wieder den Abhang runtergeschoben. Das Auto war damals ohne Motor, Bremsleitungen, Tank usw., allerdings noch richtig heil. Mittlerweile ist der Pkw jedoch leider total demoliert und verdient den Namen "Wrack". Der Pkw liegt jetzt auf 20 m Tiefe auf der Südseite und ist ein Objekt, welches man früh am Morgen am schönsten betauchen kann.
Der Rüttler

Der Rüttler

Am Ende der Pflasterstraße befindet sich in 32 m Tiefe der Rüttler. Es handelt sich um ein 12 m hohes Betongebäude mit angrenzender Brücke und unterirdischen Gängen. Im Rüttler wurde damals die Kreide von Feuersteinen getrennt, die von drei großen Tagebau-LKW´s herangeschafft wurde. Durch die unterirdischen Gänge wurde die Kreide entlang der Straße auf einem Förderband zur Fabrik befördert. In einem Gang hatte der Meister seine Bude, in der noch heute der Ofen und eine Pritsche stehen.Im hinteren Bereich stehen noch Werkzeugbänke, Blechschränke und auf dem Boden liegen Ersatzteile und Werkzeuge verstreut im Kreideschlamm. Die Gänge sind 1996 von einer Tauchfirma verschlossen worden. Innerhalb des Rüttlers haben sich heute zwei große Luftblasen gebildet, in denen man sich unterhalten kann. Es dauert in dieser Tiefe jedoch ziemlich lange das Jacket per Inflator zu füllen, sodass es eventuell zur Eisbildung im Lungenautomat kommen kann !!! Wer sich unterhalten möchte, muss sehr leise und langsam sprechen, da es sehr stark halt. Die Luft in der Blase eignet sich auch nur zum kurzfristigen Aufenthalt !!!Die Brücke diente damals den LKW´s als Auffahrt um die Kreide in den Trichter zu kippen. Heute steht wieder ein kippender LKW auf der Brücke! Unterhalb des Trichters befand sich früher der eigentliche Rüttler, der allerdings abmontiert wurde, bevor die Pumpen abgestellt wurden. Direkt am Steilhang vor dem Rüttler befinden sich ab 43 m Wassertiefe große Holztreppen, die früher zu der in 120 m Tiefe gelegenen Pumpstation führten. Die beste Tauchzeit ist in der Regel früh morgens, da die Sicht meistens noch nicht eingetrübt ist. Morgens und abends scheint die Sonne zum Rüttler und erhellt diesen Bereich ganz erheblich, zur Mittagszeit ist es gerade im Winter hier immer schattig, da die Sonne nicht mehr so hoch steht. Die oben angesprochene Pumpstation steht heute noch unter dem Seegrund. Das Wasser strömte aus Quellen in die Grube und wurde zur Fabrik hochgepumpt, wo es zur Zement- und Klinkerproduktion benötigt wurde. Überschüssiges Wasser wurde über kleine Kanäle zur Oste gepumpt. Die Pumpstation wurde verschüttet, nachdem eine Abraumhalde am Westhang noch während der Abbauzeit in den See rutschte. Dieser Abraum flachte den Seegrund auf die heutigen 60 m ab. Zwischen 55 - 60 m ist der Seegrund heute flach wie ein Fußballfeld und es befinden sich keine interessanten Tauchobjekte hier. Der Westhang hat aus diesem Grund keinen Steilhang, sondern verläuft mit vielen Kerben sachte bis zum Seegrund.
Lkw

Lkw

Bei dem Lkw handelt es sich um einen Mercedes Atego mit einem Kipperaufsatz. Der Lkw ist relativ neu und noch völlig komplett, allerdings ohne jegliche Maschinen und ölhaltige Teile. Er steht mit aufrechter Kippe genau auf dem Rüttler, als wolle er seine Kreideladung in die Schütte des Rüttlers kippen. Es wurde versucht eine Situation aus dem damaligen Tagebau nachzustellen. Im Fahrerhaus sitzt Schaufensterpuppe "Lilly", die die Fahrerin darstellen soll. Bei guter Sicht wirkt der Lkw von allen Seiten eindrucksvoll und man kann sich gut vorstellen, wie hier damals am Rüttler gearbeitet wurde! Das Versenken des Lkw´s war ziemlich aufwendig und hat insgesamt drei Tage gedauert! Hierzu waren mehrere Hebekissen von 2,5 Tonnen und ein Hebesack von 5 Tonnen im Einsatz.
Flugzeug Piper 28

Flugzeug Piper 28

Am Einstieg 0 befindet sich in 10 m Tiefe freischwebend eine Piper 28, welche vor über 20 Jahren im Besitz von Alan Shepard war. Herr Shepard war Astronaut, 1961 der erste Amerikaner im All und 1971 der fünfte Mann auf dem Mond. Das Flugzeug ist neongelb lackiert worden und ist von schon von weitem sichtbar. Beim Antauchen kann man sich leicht erschrecken, da am Steuerknüppel ein Skelett sitzt. Auf der Rückbank liegt ein geöffneter Geldkoffer mit Geldsäcken und -bomben, Funkgeräten und einer Pistole. Die Herkunft des Skelettes und des Geldkoffers sind jedoch bis heute nicht geklärt .......!? Man erreicht den Flieger mit 70 Grad Kompasskurs vom E0. Er hängt an dem großen Rührstützenfundament auf 27 m. Wenn man den Flieger von unten antaucht, dann sieht es so aus, als würde er über einem hinwegfliegen! Auch das Antauchen von der Wasseroberfläche ist sehr interessant, da man den Grund nicht erkennen kann! Leider haben bereits einige Taucher die verschlossene Tür aufgebrochen und die Spielzeugpistole entwendet. Seitdem stehen hier scharfe Blechteile hervor!
Der Wald

Der Wald

Unterhalb der Mühle befindet sich in einer Tiefe von 35 - 55 m ein alter Wald mit ca. 10 m hohen Bäumen. Die Bäume stehen direkt am Steilhang und sind mit einer weißen Kalkschicht überzogen. Es ist darauf zu achten, ausreichend Abstand zu halten, da die Äste sehr leicht abbrechen und der Wald so bald nur noch aus kahlen Stämmen bestehen würde. Wird an den Stämmen entlang getaucht, ist mit einer Eintrübung der Sicht zu rechnen, da die feine Kalkschicht von den Ästen fällt. Am schönsten ist es, wie ein Vogel mit ausreichend Abstand über die Baumwipfel zu gleiten. Um die Mittagszeit herrschen hier die besten Lichtverhältnisse. Die Strecke von Einstieg 5 beträgt ungefähr 200 m.
Alle Tauchplätze

Alle Tauchplätze

Die oben gezeigten Tauchplätze sind nur ein kleiner Auszug der vielen Möglichkeiten. Mit dieser Karte vom See wird die Vielfalt erst richtig bewusst....